Lustige Kaltakquise von Online Marketing Agenturen
Das soll jetzt absolut keine Kollegenschelte werden – also bitte nicht falsch verstehen da draussen. Nur was so manche Vertriebsmitarbeiter einer Agentur sich beim Versand der Akquisemails so denkt…
Beispiel 1: Unseriöse Inkompetenz
Vor ein paar Wochen habe ich eine neue Webseite zu einem Nischenthema mit kommerziellem Hintergedanken programmiert. Da das eine “meiner” Seiten war, wusste ich schon was ich da tue. Das Geschäft ist noch nicht so richtig angelaufen, da meldet sich auf einmal ein netter Salesmitarbeiter per e-Mail:
Sehr geehre Frau XY,ich habe mir ihre Präsenz kurz angeschaut und da kann man einiges noch verbessern.
1.ist die Sichtbarkeit sehr gering,sprich ihre Seite taucht in den Google Ergebnissen grade 4 mal auf.
2.Ihr Pagerank kann weiter gepflegt werden (ist zwar nur noch Teikkriterium aber ein PR von 3 ist mind notwendig für die 1. Seite) , um die Wertigkeit der Seite zu erhöhen sollten sie weiter Links, vorzugsweise hochwertige Contentlinks und Webkataloge ,auf ihre Seite linken lassen.
(…)
Mit freundlichen Grüßen
xyz
Mein erster Gedanke war: cool! Endlich mal ne Business Mail in Umgangssprache (“grade”), in der auf Rechtschreibung, Kommasetzung und Satzbau einfach mal verzichtet wurde (siehe Punkt 2) und die an meine weibliche Seite geschrieben war (Frank = Frau ?!?!?!?!?).
Kernaussage der (laut eigenen Bezeichnung) SEO Agentur war:
- dass eine Startseite mindestens einen PR 3 benötigt um auf 1. Seite zu kommen fand ich erstaunlich. Da haben die 4 Seiten ohne PR 3, die beispielsweise auf Quad fahren in den Top 10 ranken echt Glück gehabt.
- man kann das Startseitenranking über einen PR von mindestens 3 erreichen wenn man vorzugsweise (Anm.: “vorzugsweise”? Hallo ?!?!?!?) hochwertige Contentlinks und Webkataloge auf sich linken lässt.
Wenn ich die Agentur-Webseite mir mal näher aus SEO Gesichtspunkten anschaue, dann fällt mir sofort die fehlende 301er in der .htaccess auf. Auf die Tabellen würde ich auch verzichten, ne Meta Description sorgt für ne schönere Usability auf den SERPs, mit Alt-Tags und Title-Tags wurde ebenso wenig gearbeitet wie mit hx-Überschriften usw..
Seitenbetreiber sollten hier wohl auf die bekannteren und seriöseren Online Marketing Agenturen zurückgreifen
Beispiel 2: Unser TKP für CPL Kampagnen ist…
Ein anderes Angebot zur Zusammenarbeit habe ich heute vormittag bekommen. Da macht mir eine US Agentur folgenden Vorschlag:

Der CPC beginnt bei 1 Cent? Gott sei Dank!
Und meine Seite hat Potenzial hinsichtlich der Leadgenerierung? Nachdem das ein standardisiertes Schreiben ist, geh ich mal davon aus dass die Preise gleich bleiben – egal welches Thema meine Seite hat.
Oh, ich bekommen ein Standardangebot (“basic offer”)? Ein Klick drauf zeigt mir schöne bunte Logos von Social Media Diensten. Jetzt wirds spannend. Nur noch das Budget und den Wunsch CPC / CPM angeben und los geht die Leadgenerierung – unabhängig vom Thema wie der vorletzte Absatz mir bestätigt…
Schön dass es euch gibt!
Die andere Seite, den harten Agenturalltag, hat Skuub in seinem Artikel “Der Schwager des Kunden weiss es besser” beschrieben. Auch nice!
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